Nahko en Medicine for the People / Foto © Yvo Zels
Nahko en Medicine for the People / Foto © Yvo Zels

Hallo Yvo, bitte stelle dich unseren Lesern vor.
Mein Name ist Yvo Zels, ich bin in Belgien freiberuflicher Fotograf und arbeite hauptsächlich für zwei Musikmagazine, für ein gedrucktes kommerzielles Magazin Knack Focus und das Online-Magazin Rootstime. Ich begann mit 18 Jahren mit der analogen Fotografie, inspiriert von einem Freund, der später ein
Berufsfotograf wurde, und drei Jahre später begann ich als freiberuflicher
Fotograf für verschiedene Autozeitschriften.

Welche Themen und Motive faszinieren dich und was war der ungewöhnlichste Auftrag, den du jemals erhalten hast?
Schon immer hat mich die Aktions-Fotografie fasziniert. Angefangen habe ich in der Motocross- und Fahrrad-Fotografie. Das war eine echte Herausforderung, jedes Wochenende analog zu arbeiten, wenn wir nicht den den Luxus des Autofokus, der kamerainternen ISO-Steuerung usw. hatten. Der ungewöhnlichste Auftrag, den war ein Promo-Shooting für eine Produktionsfirma für Motorradketten. Ich musste Bilder von der Kette machen, dabei saß ich auf dem Rücken eines Motocross-Bikes, fiel zweimal vom Motorrad und brach mir den Ellbogen.
Wie lange hat es gedauert, bis du deinen persönlichen Stil und deine Technik gefunden hast?
Bei der Konzertfotografie habe ich etwa zwei Jahre gebraucht, um herauszufinden, was mir stilistisch wirklich gefällt. Ich mag es mit dem Bühnenlicht zu spielen und nehme es mit ins Bild, um die Atmosphäre zu unterstreichen und eine Komposition zu schaffen. Und es geht natürlich darum, den richtigen Moment zu erwischen und Emotionen in deine Bilder zu bringen.

Inwieweit haben dir Zeitschriften oder Bücher von anderen Fotografen geholfen?
Nicht so sehr. Es ist besser, seinen eigenen Stil zu entwickeln, als den Stil eines anderen zu kopieren.

Welche Kamera und welche zusätzliche Ausrüstung benutzt du am häufigsten?
Ich bin ein Canon-Fotograf und benutze jetzt eine 1DX2 und eine 5DMK3. Standardmäßig habe ich die alten Objektiv Canon 16-35 mm 2,8 L, das 24-70 mm 2,8 L, das 70-200 mm 2,8 L und das 50mm 1,4 in meiner Tasche, alle ohne IS. Und es geht natürlich darum, den richtigen Moment zu erwischen und Emotionen in deine Bilder zu bringen.

Was die Konzertfotografie angeht – wie bereitest du dich auf eine Show oder die einzelnen Künstler vor?
Ich schaue mir immer die Setlist von früheren Konzerten und ein aktuelles Youtube-Video an, damit man sich richtig positionieren kann, wenn es keine Frontstage gibt.

Welche Künstler oder Bands hörst du privat am liebsten?
Ich höre eine Menge Musik, von Bob Dylan, Neil Young, Wovenhand, Nick Cave, Calexico, Drive-by Truckers, Dinosaur Jr. bis hin zu Kurt Vile, War On Drugs, Swans, Pinegrove, Daniel Norgren, Ryan Adams, Puma Blue, Phosphorescent, zu viel, um es zu erwähnen.

Ich habe ungefähr 5000 CDs, die ich sehr schätze, kein Vinyl. Ich weiß, das ist der neue Hype, aber ich komme aus der Zeit, in der man nur Vinyl kaufen konnte, aber ich war wirklich froh, als das CD-Format erfunden wurde. Endlich konnte ich ich meine Musik aufbewahren, und die Qualität war auch besser, kein Knacken mehr nach zehnmaligem Auflegen auf dem Plattenteller. Ich benutze auch Spotify, aber der Sound ist scheiße und ich kaufe immer noch die Musik, die ich liebe.

Was war für dich der aufregendste oder schönste Moment bei einer Fotosession im Zusammenhang mit einem Konzert?
Der Moment, in dem ich in Brüssel mit John Butler nach einem Interview beim Abendessen war und der Moment, als er mich ein halbes Jahr später begrüßte, als ich bei einem Festival auf ein Shooting wartete.

Welche Fototipps kannst du aufgrund deiner Erfahrung geben?
Beobachte das Geschehen auf der Bühne, die Abfolge der Lichter und die Bewegungen des des Künstlers. Versuche, dich gut zu positionieren, bevor die Hauptshow beginnt, damit du das Publikum nicht stören musst. Sei konzentriert und reagiere schnell.

Welche Einstellung an deiner Kamera wird am häufigsten verwendet?
Meistens arbeite ich im manuellen Modus oder mit Blendenpriorität und Spotmessung.

Wie viel Zeit und Mühe investierst du in die Nachbearbeitung deiner Bilder?
Nicht so viel. Ich fotografiere immer im RAW-Format und mache eine Auswahl von 10 bis 15 Bildern einer Show, die ich anschließend in Photoshop bearbeite. Ich schieße nicht so viele Bilder bei einer Show und verwende selten
meinen Hochgeschwindigkeitsmodus. Je mehr Bilder man macht, desto mehr Zeit verbringt man nachher am Computer. Ich versuche, meine Bilder schon während der Ausstellung auszuwählen und habe oft und habe oft schon eine Vorstellung von dem Bild, das ich haben möchte, das hilft. Wenn man das gute
Bild oder Bilder hat, ist man zufrieden.

Wie wichtig ist für dich die Selbstvermarktung und welche Möglichkeiten oder Plattformen nutzt du, um die Fotos mit anderen Nutzern zu teilen?
Ich arbeite seit 15 Jahren für ein großes Magazin und bin bereits seit über 40 Jahren im Fotogeschäft. Ich war noch nie so ein Marketing-Typ. Ich habe eine Website, aber ich aber Instagram gefällt mir besser, um Fotos zu teilen. Sie gehen um die Welt und man trifft andere Fotografen, die deine Arbeit zu schätzen wissen und später sogar Freunde werden und dir kritisieren. Ich finde, Selbstkritik ist sehr wichtig, um in der Fotografie voranzukommen.


Original English version below:

Please introduce yourself to our readers who might not know you yet – who are you, since when do you photograph and how did you get into photography?
My name is Yvo Zels, a Belgian freelance photographer for mainly two music magazines, a printed commercial magazine Knack Focus, and an online magazine Rootstime. I started in analog photography at the age of 18, inspired by a friend of mine who became a professional photographer later in his life and three years later I started as a freelance photographer for different motor magazines.

What are the subjects and motifs that fascinate you and what was perhaps the most unusual assignment you have ever accepted or implemented?
I have always been fascinated by action photography. I started in motocross and cycling photography. This was a real challenge each weekend, working analog when we did not have the luxury of autofocus, in camera ISO handling etc. The most unusual assignment that I had was a promo shoot for a motorcycle chain factory. I had to take pictures of the chain, seated on the back of a motocross bike, fell off the bike two times, and broke my elbow.

How long did it take you to find your personal style and technique?
In concert photography, it took me about two years to know what I really like style-wise. I like playing with stage lights and taking them into the picture to accentuate the atmosphere and create a composition. And it’s all about capturing the right moment of the course and putting emotion in your pictures.
How far did magazines, books, or tutorials from other photographers help you?
Not so much. You better create your own style than copy another one’s style.

Which camera and additional equipment are you using most of the time?
I am a Canon photographer, now using a 1DX2 and a 5DMK3. Standard, I have the old lens models of Canon’s 16-35 mm 2.8 L, the 24-70 mm 2.8 L, the 70-200 mm 2.8 L, and the 50 mm 1.4 in my bag, all non IS.

In terms of concert photography – How do you prepare for a show or the individual artists?
I always check the setlist of earlier concerts and a recent Youtube movie so that you can position it right when there is no frontstage.

Which artists or bands do you prefer to listen to in your private life?
I listen to a lot of music, from Bob Dylan, Neil Young, Wovenhand, Nick Cave, Calexico, Drive-by Truckers, Dinosaur Jr. to Kurt Vile, War On Drugs, Swans, Pinegrove, Daniel Norgren, Ryan Adams, Puma Blue, Phosphorescent, too much to mention. I have about 5000 CDs that I cherish, not vinyl. I know, that’s the new hype, but I come out of the era when you only could by vinyl but I was really happy when the cd format was invented. Finally, I could easily stock all my music, and also the quality was better, no cracking sounds anymore after ten times on the turntable. I use Spotify also, but the sound is crap and I still buy the music that I love.

What was the most exciting or beautiful moment for you during a photo session in connection with a concert?
The moment I had dinner in Brussels with John Butler after an interview and the moment he came to say hello to me when I was waiting for a shoot half a year later at a festival.

What photography tips can you give based on your experience to capture the perfect moment?
Observe what is happening on stage and the sequence of the lights and the movements of the artist. Try to position yourself well before the main show begins, so you don’t have to disturb the audience by moving to a better position and being focused and fast.

Which setting of your camera do you use most often?
I mostly work in manual mode or shutter priority with spot metering.

How much time and effort are you spending on post-processing your images?
Not so much. I always shoot in RAW and make a selection of 10 to 15 shots of a show that I process in Photoshop afterward. I don’t shoot that many images on a show and rarely use my high-speed mode. The more pictures you make, the more time you will spend behind your computer afterward. I already try to select my images on the show itself and often have an idea in my mind of the picture that I want, which helps. Once you have that good picture or pictures you are comfortable.

How important is self-marketing for you and which possibilities or platforms do you use to share your photos with other users?
I have been working for a major magazine for 15 years and I am already more than 40 years in the photography business. I have never been such a marketing guy. I have a website, but I like Instagram better for sharing photos. They go around the world and you meet other photographers who appreciate your work and even become friends afterward and give critiques. I find self-criticism is very important to take steps forward in photography.

http://stagepicker.weebly.com/index.html

https://www.instagram.com/stagepicker/?hl=nl

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